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Vorlesewettbewerb

Ausgezeichnete Leser zeigen eine „coole“ Leistung

Samira Braun gewinnt den Vorlesewettbewerb an der Eschachschule 

Kurz vor der Schließung der Schule im Zuge des Shutdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie fand an der Eschachschule eine ganz spezielle Lesestunde zur Ermittlung des Schulsiegers beim alljährlichen Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels statt. Fast zum letzten Mal in diesem Kalenderjahr ging es im Klassenzimmer um elementare Kulturtechniken wie Lesen, in diesem Fall Vorlesen, und Zuhören.

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6c wurden Zeugen, wie der zwölfjährige Martin Ebermann, der bisher von einem Missgeschick ins nächste stolperte, versucht „Endlich richtig cool!“ zu werden, so der Titel des Jugendbuchs, das Organisator Frank Maier für diese Stunde ausgewählt hatte. Jana Hoh (6a), Samira Braun (6b) und Daniel Ohnleiter (6c) lasen nacheinander Passagen aus dem witzigen und trotzdem ernst gemeinten Buch der Autorin Juma Kliebenstein vor. Zuvor hatten diese drei Sechstklässler in ihren Klassen jeweils ihr eigenes Lieblingsbuch vorgestellt, ein Stück daraus vorgelesen und sich als Klassensieger durchgesetzt. Nun ging es vor einer Jury aus den Deutschlehrern Laura Bartmann, Tobias Geib und Philipp Züfle, Konrektor Mario Munding und Büchereileiterin Nadja Broghammer darum, aus einem vorher unbekannten Text vorzulesen. Bewertet wurde dabei die Fähigkeit, den Text flüssig und sicher vorzutragen und die Stimmung und Atmosphäre der jeweiligen Textstelle einzufangen und umzusetzen. Die Mitschüler sollten sich hineinversetzt fühlen in die Welt des gleichaltrigen Martin Ebermann, der ganz nebenbei auch noch eine für ihn äußerst schwierige Beziehungskrise bewältigen muss. Sie sollten mit seinen Freunden, den jungen Musikern der Rockband „Freaks“, die so richtig durchstarten wollen, mitfiebern können. Alle drei schafften es gleichermaßen, die turbulenten und teilweise chaotischen Sommerferien der Freunde für die Zuhörer lebendig werden zu lassen, sodass Konrektor Munding am Ende allen drei zu einer „coolen“ Vortrags-Leistung gratulieren konnte.

Letztlich hatte dann aber Samira Braun die Nase knapp vorn. Als Lohn für ihre Leistung konnte sie am Ende die verdiente Sieger-Urkunde und einen Buchgutschein entgegennehmen. In der nächsten Runde des bundesweiten Wettbewerbs wird die strahlende Siegerin die Eschachschule beim Kreisentscheid gegen die Schulsieger anderer Schulen vertreten, auch wenn dieser Kreisentscheid vermutlich digital stattfinden wird und damit ein beträchtlicher Teil der besonderen Atmosphäre des Vorlesens verloren geht.

Spieletisch Kuti / Bericht Schwabo 2020 / Schönfelder

Dunningen. Der Bürgermeister und der Berichterstatter probieren’s gleich mal aus, wobei letzterer leicht die Nase vorn hat. Lennart und Jonathan finden den neuen Spieletisch in der Dunninger Schul- und Gemeindebücherei "cool", und Bibliotheks-Leiterin Nadja Broghammer ist nicht wenig stolz, ein Windhundrennen gewonnen zu haben.

Seit einigen Tagen steht in der Bücherei, die man eigentlich Mediathek nennen müsste, ein Kuti, ein digitaler Spieletisch, an dem Fragen aus vielen Wissensgebieten beantwortet werden können, wenn sich mehrere Schüler, oder auch Erwachsene mit ihrem Wissen messen. Aber so einen Kuti kriegt nicht jeder.

Mit dem Soforthilfeprogramm "Vor Ort für alle" fördern Bundesregierung und Deutscher Bibliotheksverband zeitgemäße Bücherei-Konzepte in Kommunen mit bis zu 20 000 Einwohnern. Primär geht es dabei um die Modernisierung und die digitale Ausstattung der Bibliotheken.

Mit dem Antrag muss man allerdings schnell sein, denn es geht nach dem sogenannten qualifizierten Windhundprinzip. Die Bibliothek muss ihr Konzept vorstellen und zeitig dran sein. Nadja Broghammer hat in Absprache mit der Gemeinde schnell reagiert. Der Kuti wird nun zu 75 Prozent bezuschusst, so dass die Gemeinde nur noch ein Viertel der Kosten tragen muss. "Uns ging es vornehmlich darum, den Jugendbereich der Bibliothek attraktiver zu gestalten", betont Nadja Broghammer.

Der Kuti ist laut Prospekt ein Spieletisch für zwei bis sechs Personen, der 18 Spiele und Quizze ("Keine Ballerspiele" (Broghammer) bietet. 18 Wissengebiete von "Harry Potter" bis "Dinosaurier", von "Natur und Umwelt" bis "Kopfrechnen" sind installiert. Auch Updates sind verfügbar. Die Kinder und Jugendlichen lernen sozusagen spielend.

Kuti wird gut angenommen, angesichts der coronabedingten Situation mit Zutrittsbeschränkungen muss Nadja Broghammer allerdings mitunter den Verkehr am Tisch regeln.

Auch Bürgermeister Peter Schumacher ist von dem Gerät angetan. "Wenn Frau Broghammer ein besonderes Anliegen hat, kann man dem folgen", so Schumacher. Sie stehe nicht jede Woche auf der Matte. Die Bibliothek sei eine "extrem wichtige Einrichtung". Und mit dem Kuti investiere die Gemeinde in den wichtigen Bereich der Bildung.

Lesung mit Charlotte Habersack für die Fünftklässler der Eschachschule

Mit einem Yeti, einem Pupsschleim und dem Drachen Drago Begeisterung für’s Lesen entfacht

Über ein ganz besonderes Erlebnis konnten sich die Fünftklässler der Eschachschule freuen: Mit Charlotte Habersack bekamen sie Besuch von einer der derzeit bekanntesten und erfolgreichsten Kinderbuchautorinnen des Landes. Die Bestseller-Autorin aus München stellte den Kindern dabei nicht nur ein Buch vor, sondern gleich alle fünf Bände ihrer Erfolgsreihe „Bitte nicht öffnen“.

„Bitte nicht öffnen – bissig“ steht auch auf dem geheimnisvollen Päckchen, das die Autorin den Schülerinnen und Schülern zu Beginn ihrer einstündigen Darbietung zeigt. Und wie bei Nemo, der Hauptfigur der Romanreihe, wird dadurch die Neugier erst recht angestachelt. Nur wenige sind so ängstlich und vorsichtig wie Nemos Freund Fred. Und damit sind die Kinder auch schon mitten drin in der turbulenten Geschichte um die Plüschfigur Icy-Ice-Monsta, ein Yeti, der aus dem Päckchen springt – quicklebendig. Draußen schneit es mitten im Sommer und der Yeti wird groß. Sehr groß. Zweieinhalb Meter groß! Ein turbulenter Wettlauf gegen die Zeit beginnt ... Schule, Abenteuer, Freundschaft, ein verlorenes Wesen, das nach Hause will - hier ist alles dabei und doch alles ganz anders.

Nach Icy bekommt Nemo in den nachfolgenden Bänden der Reihe vier weitere Päckchen:  den Pupsschleim Schleimi, die Vampirpuppe Vampiranja, den Drachen Drago und das Serifenblasen rülpsende Einhorn Magic. Und jedes Mal ist damit eine Wetterkatastrophe in dem Städtchen Boring verbunden.

Charlotte Habersack liest aber nicht einfach nur aus den Büchern vor, nein, sie lässt sie dank der Illustrationen von Fréderic Bertrand und mit Hilfe ihrer Gestik und Mimik regelrecht lebendig werden. Sie schafft es, die Stimmen ihrer Figuren und Fabelwesen so klingen zu lassen, dass das junge Publikum das Gefühl hat, selbst Teil der Geschichte zu sein. Am Ende sind nicht nur die Schülerinnen und Schüler von der Mischung aus Krimi, Freundschafts- und Abenteuergeschichten restlos begeistert, Auch Nadja Broghammer, die Leiterin der Schul- und Gemeindebücherei bekennt. „Wenn ich noch ein Kind wäre, würde ich mir die Bücher jetzt sofort besorgen.

Tatsächlich ist bereits am gleichen Nachmittag der komplette Bestand der Bücherei an Werken der Erfolgsautorin restlos ausgeliehen.

                               Charlotte Habersack



Gegen Miesmacher helfen nur Selbst-
vertrauen, Mut und gute Freunde


Lesung Resch

„Wir sollten mal wieder etwas Neues ausprobieren“, dachte Nadja Broghammer von der Schul- und Gemeindebücherei und organisierte für diesen Herbst statt des gewohnten Bilderbuchkinos zusammen mit dem Dunninger Forum eine musikalische Lesung. Tobias Resch, Grundschullehrer, Kinderliedermacher und Autor aus Freiburg stellte „Die Miesmacher-Bande – ein Musical für Kinder vor und begleitete sich dazu auf der Gitarre.
Es dauerte schon ein paar Minuten, bis die rund 50 Kinder, Mütter, Väter, oder auch Großeltern in der Aula der Eschachschule ihre Zurückhaltung aufgaben und sich auf die Geschichte einließen, die Reschs Partnerin, die Schauspielerein Tjadke Biallowons präsentierte. Es ist ja auch schwer zu verstehen, dass der kleine Tim, die Hauptfigur der Geschichte, auf einmal die einfachsten Aufgaben nicht mehr rauskriegt, obwohl er eigentlich ein guter Rechner ist. Das kleine „Ich kann nicht“, der erste der drei Miesmacher, hatte Tim befallen, so dass er sich nichts mehr zutraute. Noch schlimmer wird es, als „Wozu all der Quatsch“ Tims Spaß an allem kaputt macht. Als Tim dann auch noch für seine geliebte Fußballmannschaft nicht aufgestellt wird, erreicht das Elend seinen Höhepunkt und „Schnief, mich mag keiner“ raubt Tim den letzten Rest seines Selbstvertrauens.
Spätestens hier hatten die stimmungsvollen Lieder Reschs, der ausdrucksstarke Vortrag Biallowons und die projizierten Bilder die Kinder und Erwachsenen in ihren Bann gezogen, und die Zuschauer litten mit dem kleinen Jungen mit. Tim kann am Ende nur dadurch erlöst werden, dass seine Freunde bemerken, was mit ihm los ist. Sie nehmen ihn an der Hand und lassen ihn spüren, dass er ihnen wichtig ist. Dadurch findet er den Mut, sich den Miesmachern zu stellen und sie zu besiegen.
Spürbar erleichtert über das glückliche Ende wollten die Besucher trotzdem noch nicht gleich gehen und erklatschten sich eine Zugabe. Diese Zugabe wollte Resch – ganz Pädagoge – nicht alleine singen, sondern nur zusammen mit den kleinen und großen Besuchern, was diese dankbar annahmen.


„Wenn ich sage, wer ich bin, wollen sie mich nicht mehr!“

Autorenlesung mit Anja Tuckermann


Anja TuckermannDer Sinto-Junge Mano ist elf Jahre alt, als der Krieg 1945 zu Ende geht. Er hat mehrere Konzentrationslager und den Todesmarsch von Sachsenhausen überlebt. Halb verhungert und am Ende seiner Kräfte bricht er auf der Landstraße zusammen. Eine Gruppe befreiter Französinnen nimmt ihn mit nach Frankreich und rettet ihm dadurch das Leben. Seine Lebensretterin schärft ihm ein, seinen Namen und seine Herkunft nicht zu verraten, sonst könne er nicht bei ihr bleiben. Er gehorcht und zerstört damit über Monate hinweg die Chance zu seinen Eltern, die ebenfalls überlebt haben, zurück zu finden.
Die Geschichte ist kein Fantasieprodukt Anja Tuckermanns, Mano gibt es wirklich. Der heute 85Jährige hat sie der Berliner Autorin erzählt und sie hat daraus das Buch „Mano - Der Junge, der nicht wusste, wo er war“ geschrieben. Der Tatsachenroman ist dieses Jahr Prüfungslektüre für die Abschlussprüfung an der Realschule und so willigte Schulleiterin Katharina Hirt und der Förderverein der Eschachschule gerne ein, dass Büchereileiterin Nadja Broghammer für die Zehntklässler eine Lesung mit der Autorin organisierte.
So stand dann Anja Tuckermann, eine recht zierliche Person in der Aula am Mikrophon, und alle erwarteten, dass sie lesen werde. Aber sie las nicht, stattdessen begann sie ruhig, zurückhaltend und beinahe schüchtern wirkend von Hermann Höllenreiner, alias Mano zu erzählen. In einfacher, schülergerechter Sprache erzählte sie von seinen Ängsten und Erinnerungen, von den furchtbaren Erfahrungen, die er als Kind machen musste. Sie erzählt, dass der Junge, der als alter Mann noch manchmal im Schlaf schreit, jahrzehntelang nicht über seine traumatisierenden Erlebnisse reden konnte, obwohl er „manchmal davon träumte,  eines Tages alles rauszuschreien.“ Ihr Publikum, 16jährige Jugendliche, die sonst durchaus sehr lebhaft sind, hört ihr betroffen und mucksmäuschenstill zu. Die Schüler spüren, hier redet nicht nur eine Schriftstellerin über ihr Buch, hier redet eine Frau, die eine Botschaft übermittelt, die ihnen allen etwas zu sagen hat. 
Die Botschaft kam an, die Schüler haben verstanden, was sich nicht zuletzt in den interessierten Fragen zeigte, welche die Autorin nach ihrem Vortrag gerne und nach bestem Wissen beantwortete, auch wenn es auf manche Fragen wohl nie eine abschließende Antwort geben kann.
Lesung Anja Tuckermann
Nach ihrer „Lesung“ war Anja Tuckermann gerne bereit, die Bücher der Zehntklässler zu signieren.


Herrlich turbulenter Bilderbuchspaß mit der Postkuh Lieselotte

 
Bilderbuchkino Martinslicht

„Das ist ja großartig“, freute sich Nadja Broghammer von der Schul- und Gemeindebücherei über den regelrechten Ansturm von Kindern und ihren Eltern zum Bilderbuchkino am Sonntagnachmittag. Mit insgesamt über einhundert Besuchern war der Musiksaal der Eschachschule bis zum letzten Platz gefüllt.
Im Mittelpunkt der Geschichten stand dieses  Mal die bekannte Postkuh Lieselotte aus der Feder von Alexander Steffensmeier. Natürlich konnten sich die Kinder sofort in die Situation Lieselottes und ihrer Freunde einfühlen, die sich beim Spielen ordentlich schmutzig gemacht haben und nun vor dem Schlafengehen ordentlich abgeschrubbt werden sollen. Aber „Lieselotte will nicht baden“, so der Titel des Buches, dessen Bilder großformatig auf eine Leinwand projiziert wurden. Lautstark kommentierten die kleinen Besucher die Versuche der Bäuerin, die Kuh in die Wanne zu bekommen. Und dann wurde es herrlich turbulent. Beide haben riesigen Spaß mit dem Rasensprenger und beim Spritzen mit dem Gartenschlauch. Schließlich muss sogar die Bäuerin in die Badewanne, denn die ist in den Matsch geplumpst. Nicht nur für die Kinder, auch für die Mütter  und Väter war es ein Heidenspaß, den beiden dabei zuzuschauen, wie die eine sich vor dem Baden zu drücken versucht, während die andere ihr verzweifelt hinterherläuft.