Aktuelles

Selbst genähte Behelfsmaksen für unsere Gemeinde

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

es gibt mittlerweile in der Gemeinde und im Landkreis viele Näherinnen, die nach Abwägen aller Für und Wider zu dem Schluss gekommen sind: Ja, es macht Sinn, Behelfsmasken für das Gesicht zu in diesen Zeiten selbst zu machen.

Sie nähen engagiert für Angehörige, das Pflegeheim, die Sozialstation und viele mehr, denn diese haben bereits zu Maskenspenden aufgerufen, um gerade unsere betagten Mitbürger zu schützen. Die Masken dienen vor allem einem: dem Fremdschutz.
Die Näherinnen haben sich mittlerweile gut organisiert, werden von vielen Seiten unterstützt. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und so werden die Masken frei nach dem Motto „aus ninnt a Sößle macha“  gefertigt. Dieses Zitat einer Ur-Dunningerin ist eine alte Redewendung für Upcycling: Dass man aus den wenigen Dingen, die man zur Verfügung hat, etwas Tolles, Sinnvolles zaubert.

Wir möchten Sie auf diesem Wege über unsere Initiative informieren und gleichtzeitig unsere Erfahrungen an die Öffentlichkeit weitergeben, weil wir auch von Anderen profitiert haben, die ihre Ideen geteilt haben. Gerne dürfen unsere Ideen weiterentwickelt werden und Inhalte dieser Seite auch in andere Sprachen übersetzt & geteilt werden: „think global – act local“.


Sie haben Lust sich aktiv einzubringen in unsere Initiative?

Sie benötigen Behelfsmasken weil Sie oder Ihre Lieben zu einer Risikogruppe gehören?

Sie interessieren scih für unser Projekt und möchten eine ähnliche Initiative auch in einer anderen Gemeinde starten?

Dann zögern Sie nicht und kontaktieren Sie uns ganz einfach über:

E-Mail:  behelfsmasken@posteo.de

Gerne dürfen Sie sich auch an das Bürgerbüro Dunningen unter der Telefonnummer 07403 9295 22 wenden.

Wir freuen uns darauf von Ihnen zu hören.

Bleiben Sie gesund!

Wichtige Infos

Der Berliner Virologe, Prof. Christian Drosten hatte in einem NDR Interview dazu gesagt: „Eine Maske zu tragen sei zwar kein vollständiger Schutz, in einigen Fällen sei es aber trotzdem sinnvoll.“ Die Aktion, selbst eine Behelfsmaske zu nähen, hat die Stadt Essen initiiert. Sie stellt auf ihrer Homepage eine Anleitung zum Nähen incl. Schnittmuster zur Verfügung: Die ‚Behelfsmaske‘ wird komplett selbst gefertigt, ist weder geprüft, noch zertifiziert. Es handelt sich lediglich um einen Behelf, sofern die zertifizierten Einmal-MNS (Mund-Nasen-Schutzmasken) im Pandemiefall nicht mehr verfügbar sind. Die Herstellung und Benutzung einer Behelfsmaske ist nach sorgfältiger Abwägung eigenverantwortlich. Die Hygienevorschriften des RKI (Robert Koch Institut) sind auf jeden Fall zu beachten.
Es haben sich viele Städte und Dörfer angeschlossen, unter anderem Wolfach, deren tüftlige BürgerInnen die Idee weiterentwickelt haben. Firmen wie Trigema aus Burladingen oder Novila aus Titisee-Neustadt haben ihre Produktion bereits umgestellt und nähen einen kochbaren Baumwoll-Mund-Nasen-Schutz. Laut der Trigema-Homepage werden aufgrund der großen Nachfrage allerdings erst nach Ostern Liefertermine mitgeteilt. Die Bestellungen brauchen Zeit. Generell werden Krankenhäuser noch mit Mund-Nasen-Schutz beliefert. Im Moment ist es jedoch wichtig, dass die Öffentlichkeit nicht auf diese Bestände zugreift (Interviewtext Prof. Drosten).
Fremdschutz: Andere Leute nicht anstecken
Die Masken sind nicht dazu da, den Träger zu schützen, sondern die anderen: Wer selbst hustet oder niest, hält mit einer Maske große, grobe Tröpfchen auf, sagt der Virologe Christian Drosten. Aber Achtung, die kleineren Tröpfchen können nach wie vor andere Leute anstecken!
Stehen keine anderen Masken zur Verfügung, ist die Behelfs-Maske gerade im Nahbereich sinnvoll, wenn Angehörige, Schwestern der Sozialstationen oder MitarbeiterInnen des Pflegeheimes die Risikopatienten pflegen und somit engen Körperkontakt haben. Eine Maske schützt also nur bedingt.
Selbstschutz:
Dass ein Mund-Nasen-Schutz das Risiko verringert, sich selbst anzustecken, ist laut Drosten allerdings nicht nachgewiesen. Und die Weltgesundheitsorganisation WHO sagt, dass so eine Maske sogar zu einem falschen Sicherheitsgefühl führen kann. Die Sorge der WHO: Die Menschen waschen sich zum z.B. nicht mehr richtig die Hände oder halten nicht genug Abstand. Und genau das bleibt nach wie vor extrem wichtig. Sie schützen sich und andere also weiterhin durch die vom RKI empfohlenen Hygieneregeln: Konsequente Umsetzung der Basishygiene einschließlich der Händehygiene, Abstand halten, so wenig Sozialkontakte wie möglich und nicht ins Gesicht fassen. Deshalb werden unsere Masken mit einem Infoblatt ausgeteilt.
Maske als höfliche Geste
Prof. Drosten sagt dazu: „Wenn man in die Öffentlichkeit geht und man weiß es einfach nicht, ob man morgen Symptome bekommt, und man möchte eine Art Höflichkeit und Engagement zeigen, dann ist das ja eine Geste. Man zeigt dadurch, man denkt daran. Man ist zwar nicht als Kranker in der Öffentlichkeit, aber man erkennt an, dass man nicht weiß, ob man morgen Symptome bekommt. Also ist es eine Geste der Höflichkeit, eine Maske zu tragen.“

Anleitung zum Nähen


Die NäherInnen der Stadt Wolfach haben die Essener Idee wunderbar pragmatisch weiterentwickelt und ein Tutorial erstellt. Unsere NäherInnen haben sich nach Zeit aufwändigem Prüfen verschiedenster Masken-Varianten und Tutorials für die Wolfacher Vorgehensweise entschieden:

https://youtu.be/Hw2KsWDpHk8

Die Wolfacher Realschule hat eine schriftliche Nähanleitung dazu erstellt:
https://www.realschule-wolfach.de/fileadmin/files/Anleitung_-

_naehen_eines_Mundschutzen_RSW.pdf

Wichtig sei laut RKI, dass die Schutzmasken richtig sitzen. Sie müssen eng anliegen und gewechselt werden, wenn sie feucht sind. Außerdem sollte man darauf achten, dass beim Tragen nicht an der Maske herumspielt wird und die generellen Hygieneregeln, wie Hände waschen, Abstand halten und maximale Reduzierung sozialer Kontakte, eingehalten werden. Die Masken müssen vor der ersten Benutzung bei 90° C gewaschen werden. Eine Gebrauchsanweisung für die Masken finden Sie auf unserer Kurzinfo.

Material:


Um eine Maske zu nähen, werden folgende Materialen benötigt:
- 1x Baumwollstoff 17 cm x 34 cm
- 2x Baumwollstoff 4cm x 90 cm
- 1x Kabel (bzw. Draht) 12 cm


Stoff:


Nicht jeder Stoff eignet sich für die Masken: Der Baumwollstoff muss mindestens bei 90 °C waschbar sein. Gerne können Sie nach Absprache auch die Stoffe in den vorgegebenen Maßen zuschneiden, wie im Wolfacher youtube-Video.
Wichtiger als die Farbe ist die Beschaffenheit des Stoffes: je dichter umso besser, aber man sollte noch durchatmen können, wenn er doppelt gelegt wird. Dennoch können fröhliche, farbige Stoffe sofern geeignet und verfügbar, für die Außenseite verwendt werden, um ein bisschen Farbe und Fröhlichkeit zu den Betroffenen zu bringen. Für die Innenseite kann ein einfarbiger Stoff verwendet werden, damit erkennbar bleibt, wo außen/ innen ist.
Wenn Sie nur einen einfarbigen Stoff zur Verfügung haben, kennzeichnen Sie mit einem Edding die Innenseite mit einem großen „i“ oder„innen“. Wie lange sich der Edding beim Waschen hält, wissen wir noch nicht.

Kabel (bzw. Draht):


es wurde in den Haushalten viel getüftelt und verschiedenste biegsame Materialien getestet.  Für unsere NäherInnen hat sich bewährt, Elektrokabel, sogenannte „Leitungsadern“ von Elektrikern zu verwenden (in unserem Fall die Stärke 1,5 mm2 bzw. 1,75 mm2).
Wichtig ist, dass die verwendeten Materialien nicht rosten und nicht spitz sind (im Fall von gewöhnlichem Draht beides möglich), weil sie sonst Löcher in den Stoff machen können und beim Rausrutschen aus der Maske ggf. die Waschmaschine beschädigen.
Alternativ kann ein mit Plastik ummantelter Draht verwendet werden, wie man ihn zum Verschließen von Plasiktüten (oder Bratschlauch) verwendet. Wichtig ist, dass er 12 cm breit ist.


Gummibänder:


Wir haben verschiedene Varianten mit Gummibändern getestet, da jedoch keine Universalgrößen umsetzbar sind und Gummibänder im Internet derzeit zu horrenden Preisen gehandelt werden, haben wir beschlossen, keine Gummibandvarianten mehr zu machen


Füllmaterialien:


Wenn Füllmaterialien verwendet werden, sollten diese praktisch täglich einzulegen/ zu entfernen sein oder wenn sie festgenäht sind bei 90° C kochbar, günstig und breit verfügbar sein. Sie sollten gutes Atmen erlauben. Sollten Sie dazu Erkenntnisse haben, teilen Sie uns diese bitte mit.

Kontaktloses Regal:


Für uns hat sich das sogenannte „Kontaktlose Regal“ im Dorf bewährt. Die Spender legen die Materialien in die beschrifteten Kisten im Regal und die NäherInnen holen je nach Bedarf, was sie brauchen. Es gibt Ansprechpartner, die das Regal „betreuen“, abends werden die Kisten weggeräumt, damit sie auch am nächsten Tag wieder zum Einsatz kommen können.

Material:


Wir sind in unserem Dorf sehr gut vernetzt und aktuell versorgt mit Materialien. Wir haben viele private Spenden und auch unsere örtlichen Unternehmen unterstützen. Hier ist es wichtig die Bürgerinnen und Bürger zu vernetzen.
Eine Hilfsplattform mit „biete“/ „suche“ wie sie auf unserer Gemeindehomepage zu finden ist, könnte für andere Gemeinden und Städte als „virtuelles kontaktloses Regal“ eine Option sein. Plattformen wie Ebay Kleinanzeigen eignen sich auch.

Koordinationsstelle:


Mitglieder unseres Teams erheben regelmäßig den Bedarf der Institutionen wie Pflegeheim, Sozialstation, DRK usw.. An eine zentrale Mail-Adresse (behelfsmasken@posteo.de) können außerdem Anfragen direkt gesendet werden. Alternativ kann auch Kontakt zu uns über die Hilfe-Plattform der Gemeinde oder per Telefon über das Bürgerbüro aufgenommen werden.

Alle erstellten Masken werden gesammelt und dann von Mitgliedern unseres Teams entsprechend einem mit der Gemeindeverwaltung abgestimmten Plan verteilt.
Wir unterstützen zunächst lokale, öffentliche Einrichtungen mit vielen Risikopatienten (Bsp. Pflegeheim, Sozialstation, Arztpraxen). Stehen genügend Masken zur Verfügung, kann auch das Umfeld von Risikopatienten, die nicht in öffentlichen Einrichtungen leben, ausgestattet werden. Im Anschluss die restliche Bevölkerung.
 
Beim Verteilen der genähten Masken legen wir auch unser universelles Informationsblatt bei, um noch einmal darauf hinzuweisen, was Sinn- und Zweck der Maske ist.

Sie können helfen indem Sie:



-nähen oder z.B. beim Zuschneiden der Stoffe unterstützen

-Material spenden (Stoff, Draht/ Kabel und Unterstützung für Nähmaschinen)

-an den Nähanleitungen tüfteln, optimieren und Ihre Erfahrungen mit unserem Netzwerk teilen, so dass alle davon profitieren

-technischen Support für Nähmaschinen per Skype oder Videochat anbieten

-anderen von unserer Initiative berichten

Egal wie Sie unterstützen wollen, oder wenn Sie noch weitere Ideen haben, wir freuen uns sehr über jede und jeden, der unsere Initiative unterstützt. Melden Sie sich einfach bei uns:

behelfsmasken@posteo.de oder  Tel: 07403 9295 22

Erklärungsvideo von Frau Christine Klöber aus Kassel


Dank gilt schon jetzt den engagierten Bürgerinnen und Bürgern,

-die nähen, schneidern & helfen,
-den Spendern, darunter auch Unternehmen aus der Region,
-den Kindern, die für die Aktion Feuer gefangen haben,
-den Wolfachern mit ihrer kreativen Weiterentwicklung des Essener Schnittmusters,
-den Youtubern, die in Tutorials ihre Erfahrung weitergeben,
-der Gemeinde, dass sie diese Bürgerinitiative unterstützt, insbesonders den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bürgerbüros,
-den Ärzten und Wissenschaftlern, die uns beraten haben

und den vielen hauptberuflich und ehrenamtlich Tätigen, die sich in diesen
Tagen um das Gemeinwohl der Gemeinde und des Landkreises kümmern.

Danke für Ihren Dienst!


Weiterführende Links

Die Original-Anleitung zum Nähen des Behelfs-Mund-Nasen-Schutzes der Stadt Essen mit vielen Hintergrunddetails:
https://media.essen.de/media/wwwessende/aemter/0115_1/pressereferat/Mund-Nasen-Schutz__Naehanleitung_2020_Feuerwehr_Essen.pdf

Ein wissenschaftlicher Beitrag, der sich mit unterschiedlichen Regeln bezüglich Mundschutz in verschiedenen Ländern befasst:
https://www.thelancet.com/journals/lanres/article/PIIS2213-2600(20)30134-X/fulltext

Die Caritas in Tuttlingen hat eine Nähwerkstatt: Das Upcycling in Tuttlingen geht mit dem Angebot "Sprache und Nähen" auf die Herausforderungen der Integration von Flüchtlingen und Migranten und der Bewahrung natürlicher Ressourcen ein. Sie nähen seit letzter Woche auch kochbare Behelfsmasken:
https://www.caritas-schwarzwald-alb-donau.de/aktuelles/berichte/buntgut-tuttlingen-sprache-und-naehen

Selbstgefertigte Mundschutzmasken: FAQ zu Lösungsmöglichkeiten für die rechtssichere Abgabe an Dritte
https://www.it-recht-kanzlei.de/corona-mundschutz-selbstgemacht-problem-loesung-faq.html

Presse

Amtsblattbericht 02042020

Spendenkonto

Wer für die Behelfsmasken spenden möchte, ist hierfür ein Konto eingerichtet worden.
 
Kath. Pfarramt Dunningen, Sonderkonto
Volksbank Schwarzwald-Donau-Neckar eG
Konto-Nr.: 604077084
IBAN: DE70 6439 0130 0604 0770 84
BIC: GENODES1TUT
Verwendungszweck: Behelfsmasken


Im Voraus schon herzlichen DANK für ihre Spende und Hilfsbereitschaft.